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"Er macht Unmögliches möglich"
Ehrenbrief der Stadt Trier an Giovanni Cipollini im Rathaussaal feierlich überreicht

Bild: Er macht Unmögliches möglich.
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Foto: Rolf Lorig
Es dürfte wohl kaum jemanden geben, der die Völker verbindende Partnerschaft zwischen Trier und Ascoli Piceno persönlich so sehr verkörpert wie Giovanni Cipollini". Mit diesem Satz fasste Oberbürgermeister Klaus Jensen in seiner Laudatio die Verdienste des 58jährigen Italieners zusammen, der vergangene Woche bei einer Feier im Großen Rathaussaal mit dem Ehrenbrief der Stadt Trier ausgezeichnet wurde.

In Anwesenheit einer 30 Mitglieder umfassenden Bürgerdelegation aus Ascoli, zahlreichen Vertretern des Rates sowie Repräsentanten von Partnerschaftsorganisationen und öffentlichen Einrichtungen, würdigte Jensen Cipollini als "Ideengeber, Organisator, Ansprechpartner und Betreuer" ungezählter partnerschaftlicher Aktivitäten in den zurückliegenden 25 Jahren.

Großer Freund der Stadt

Jensen sagte, die sozialen und kulturellen Belange Triers, vor allem das hohe Gut der Völkerverständigung, hätten auf den unterschiedlichsten Ebenen von Cipollinis Einsatz profitiert. Dabei komme sein Engagement von Herzen. Nichts sei dem überzeugten Europäer zuviel, wenn es um die Städtepartnerschaft zwischen Trier und Ascoli ginge. Hierfür opfere Cipollini gerne seine Freizeit und zuweilen sogar den Urlaub. Mit seinem Durchhaltevermögen bei den nicht immer einfachen organisatorischen Fragen habe er immer wieder "Unmögliches möglich gemacht" und, wenn nötig, sogar die Rolle des "Notarztes" übernommen. Jensen bezeichnete den promovierten Politikwissenschaftler als einen Italiener, "der durch und durch ein großer Freund unserer Stadt" ist. Dabei sei es ihm stets ein Anliegen, die Kultur und Lebensart der Deutschen seinen italienischen Landsleuten ein Stück näher zu bringen.

Der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass die 2001 in Trier gegründete "Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft" in Cipollini einen rührigen Ansprechpartner gefunden habe, ohne dessen unbegrenzte Hilfsbereitschaft die erfolgreiche Bilanz des mit neuem Leben erfüllten Miteinanders zwischen den beiden Städten undenkbar sei.

"Fühle mich hier Zuhause"

Giovanni Cipollini bestätigte in seinen Dankesworten, dass ihn der europäische Gedanke bei seiner Tätigkeit stets motiviert habe. Dabei bleibe die Schaffung persönlicher Beziehungen die Voraussetzung, um das Völker verbindende Miteinander mit Leben zu erfüllen. Zwischen Trier und Ascoli sei seit 1981 ein beachtlicher Weg zurückgelegt worden, den Viele engagiert mitgestaltet hätten. Jetzt komme es darauf an, sich mit noch mehr Energie für die Realisierung der Städtefreundschaft einzusetzen. Beifall brandete auf, als Cipollini bekannte, er fühle sich "hier Zuhause, als Bürger von Trier unter den Trierern".

Die Feierstunde wurde mit deutsch-italienischen Weisen musikalisch vom Projektchor des Rathauses (Einstudierung: Monica Sproß/Leitung: Pia Langer) umrahmt. Der Auszug aus Beethovens "Ode an die Freude" mit dem Text "Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt" wurde in deutscher und italienischer Sprache vorgetragen.
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Zur Person:

Giovanni Cipollini wurde 1949 in Ascoli Piceno geboren. Als die Städtepartnerschaft mit Trier zwischen Oberbürgermeister Heinrich Raskin und Bürgermeister Serafino Orlini 1958 feierlich besiegelt wurde, war er neun Jahre alt. Nach erfolgreichem Schulabschluss studierte er an der Universität von Chieti Politikwissenschaften und wurde zum "Dottore" promoviert.

Bei der Stadtverwaltung von Ascoli beschäftigt, beauftragte ihn 1981 der damalige Bürgermeister Attano Cataldi, die Partnerschaft mit "Treveri" (Trier) neu zu beleben. Triers 2000-Jahr-Feier im Jahre 1984 bot hierzu eine erste gute Gelegenheit. Die kommunale Verbindung über die Alpen hinweg feierte mit zahlreichen, von ihm initiierten Aktionen eine erste Renaissance. Vor allem wurde Cipollini ungeachtet der häufigen politischen Wechsel in Ascoli zum festen Ansprechpartner für die stetig zunehmenden städtepartnerschaftlichen Aktivitäten. Mit der neuen Ryanair-Flugverbindung über Frankfurt-Hahn ins italienische Pescara - eine Autostunde von Ascoli entfernt - ergaben sich zudem völlig neue Möglichkeiten, die nicht unbeachtliche räumliche Trennung besser zu überwinden und die Begegnungen und Austausche auf allen gesellschaftlichen Ebenen auszuweiten. Die 2001 in Trier gegründete Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft ernannte bereits ein Jahr später Dottore Cipollini zu ihrem Ehrenmitglied. Die Partnerschaftsorganisation hatte in ihm einen absolut verlässlichen, kompetenten und engagierten Ansprechpartner gefunden.

Der deutsche Eigenschaften durchaus schätzende Europa-Anhänger Cipollini ist heute als Direktor der Abteilung für Kultur und Tourismus in Ascoli tätig. Als seine Vorlieben nennt er die Kultur und Umwelt. 1993 erhielt er für seine erfolgreichen Bemühungen zur Wiederbelebung des historischen Stadtfestes von Ascoli den italienischen Orden "Cavaliere al'Repubblica Italiana". Für seine Verdienste um die Völkerverständigung wurde ihm während seines jüngsten Aufenthalts in Trier einen Tag vor der Ehrenbriefverleihung durch ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.







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