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Der Frankenturm in Trier vom 12.Jhdt. bis heute
Vortrag im Frankenturm für die Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft 8.11. 2015

Wenn wir uns heute mit dem Frankenturm beschäftigen, der wohl auf der Schwelle des 11. zum 12. Jhdt. erbaut wurde und zu den am besten erhaltenen romanischen Wohn -türmen in Dtld. zählt, ist es hilfreich sich vorzustellen, wie die Stadt zu jener Zeit aussah, wer darin gelebt und wie man darin gelebt und gedacht hat. Sie war um 1100 bereits 1100 Jahre alt, geht man realistischer Weise von ihrer römischen Gründung 18 v. Ch. und nicht von dem viel spektakuläreren Gründungsmythos der Gesta Treverorum aus, die die Gründung Triers 2200 Jahre vorverlegt, 1300 Jahre vor der Gründung Roms, wie wir auf der Fassade des "Roten Hauses" lesen können.

Um 1100 sind die Spuren der großartigen Vergangenheit Triers noch viel deutlicher sichtbar als heute, wenngleich häufig als über die ganze Stadt verteilte Bauruinen, aber auch erhaltenen Großbauten: Reste des Forums und der Viehmarktthermen, Ruinen von Tempeln, Aquäduktpfeilern, Wohngebäuden bedeckten und verbarrikadierten die schnurgeraden römischen Straßen. Gut erhalten waren neben der Porta Nigra die andereren drei antiken Eingangstore Porta Alba, Inclyta und Media und in Teilen erhalten die antike 6,5 km lange Stadtmauer, sowie außerhalb der Stadtbefestigung zahllose Sarkophage und Memorialbauten auf den Gräberfeldern nördlich und südlich der Stadt; nicht zu vergessen natürlich die vielen Skulpturenreste, Töpfe und Münzen. Der gute Erhaltungszustand der Tore und anderer römischer Bauten erklärt sich mit der sorgfältigen Bautechnik und den Baumaterialien wie Ziegel und Marmor, die in Gallien weitgehend unbekannt waren und die den Überfällen der Barbaren stand - gehalten hatten. Die ma Stadt war auf ca. die Hälfte ihrer ursprünglichen Ausdehnung reduziert, d.h. auf 135 Ha, obwohl die in römischer Zeit ummauerten 285 Ha noch rechtlich zum Stadtgebiet gehörten .Zwischen agrarisch genutzten aber auch brachliegenden Flächen standen einzelne Gehöfte mit Wirtschaftsgebäuden. Relativ geschlossene Straßenfronten waren nur um den Markplatz und den angrenzenden Gassen vorhanden. Die neue Hauptachse durchschnitt seit dem 10. Jhdt das antike Straßenraster von der Römerbrücke bis zur Domburg, der Domimmunität mit der ma. Umfassungsmauer, durch die der Stadtbach floss. Die antiken Ausfallstraßen wurden weiterhin genutzt und instand gehalten, sowie auch die Römerbrücke, die von der erzbischöflichen Ministerialenfamilie De Ponte kontrolliert wurde. Die wohl auf 1/4 oder weniger der römischen Bewohner geschrumpfte Bevölkerung wohnte im nördlichen Teil, zwischen Porta Nigra und Neutor, der östliche und südliche Bereich war weitgehend verlassen. Die ehemals keltische Bevölkerung von Trier war schon im 4. Jhdt, als die Stadt kaiserliche Residenz- und Garnisonstadt wurde, multiethnisch und multikulturell geworden und man sprach und schrieb zur allgemeinen Verständigung die lingua franca: Lateinisch. In der Kirche und der Verwaltung bleib das auch weiter so; nach dem Einbruch der Franken im 5., 6.und 7. Jahrhundert setzte sich dann nach und nach das sogen. Moselromanisch durch, eine Mischung aus lateinisch, französisch und germanisch, (Von Moselfränkisch kann man erst im 12. Jdt sprechen.)das dann ab dem 10. Jdt seinen Charme durch viele jiddische Worte erhöhte. Eine jüdische Gemeinde gab es da bereits, die vor allem am Hauptmarkt siedelte, deren Existenz aber am Ende des 11. Jhdts massiv durch gewalttätige Kreuzfahrer des 1. Kreuzzuges bedroht war: Es kam 1096 zum 1. großen Judenpogrom. Ob man die Trierer als Moselromanen damals besser verstanden hätte?

Das Zentrum war jetzt der Hauptmarkt, auf gleicher Höhe mit dem Dom, 958 vom Erzbischof dorthin verlegt, und mit dem Marktkreuz, dem Zeichen seiner Souveränität, ausgestattet. Es war täglich Markt mit einem großen Angebot landwirtschaftlicher Produkte, die das Umland selbst produzierte, wie auch den Wein, der der wichtigste marktorientierte Wirtschaftszweig im Hochma war; aber auch Handelsware mit vielen Händlern aus nah und fern, die die Wirtschaftskraft der Stadt ankurbelten und ihr Leben gaben.

Der Vorgängerbau von St. Gangolf stand auch schon dort, wie es überhaupt bereits viele Kirchen und Klöster gab, die die städtische Architektur deutlich veränderten: Die Stadt unterstand jetzt sichtbar der Kirche mit dem Bischof an der Spitze und war seit dem 4. bzw. 8. Jhdt., nach der erneuten Christianisierung durch irische Mönche, christlich; ja sie galt wegen ihrer zahllosen Reliquien als heilige Stadt und gewann dadurch neue Bedeutung. Die Trierer Erzbischöfe waren die Rechtsnachfolger der fränkischen Herrscher und als solche Besitzer der meisten ehemals kaiserlichen Großbauten, die sie als Lehen vergeben hatten, wie die Barbarathermen an die Familie de Ponte oder wie die Porta Nigra die als Doppelkirchenanlage dem Stift St. Simeon unterstellt wurde. Die Kirche stellte auch die größte Wirtschaftskraft der Stadt dar mit ihren vor der Stadt und innerhalb der Mauern gelegenen Abteien und Stiften, die von königlichen und adligen Schenkungen profitierten.

Das Bewusstsein der Bevölkerung im Umgang mit den antiken Bauten und Ruinen, mit den Fundstücken verschiedenster Art war zwiespältig: Einerseits gab es Stolz und Bewunderung für die große Vergangenheit der Kaiserstadt, andererseits galt sie als verrucht und gottlos wegen ihres Heidentums, als Roma Secunda wie sie schon im 10. Jhdt genannt wurde, wenn es auch später zum Ehrentitel wurde. Ungeteilte Anerkennung für Pracht und Größe der antiken Stadt findet sich hingegen in den Gesta Treverorum, die ungefähr zur selben Zeit im Kloster St. Matthias geschrieben werden wie der Frankenturm gebaut wird, um 1100. Wenn auch die Entstehung Triers in mythische Zeiten zurückverlegt wird, so ist es doch für die Geschichte der Stadt eine wichtige historische Quelle, die eben auch Wohntürme im Stadtbild erwähnt. Eine sehr konkrete Auseinandersetzung mit der antiken Bausubstanz finden wir bei den Ministerialenfamilien, die zu Besitzern der Großbauten wurden und sie auf diese Weise lange erhielten, wie z.B. die Barbara- und Kaiserthermen, die zu prestigeträchtigen Wohnbereichen ausgebaut wurden. Viele antike Bauten wurden andrerseits zu Steinbrüchen genutzt und die Steine für Kirchen, Klöster und Hospitäler wieder verwendet wie die Sitzstufen des Amphitheaters. Es gibt natürlich auch Beispiele mutwilliger Zerstörung heidnischer Skulpturen wie die berühmte Venus von St. Matthias und vieler Tempelanlagen. Es findet also gleichzeitig eine pragmatische Nutzung der vorhandenen antiken Großbauten statt, die ihren Bewohnern immer noch Glanz und Größe gaben, eine Zerstörung paganer Architektur andrerseits und ein deutliches Bekenntnis zum Christentum, das sich u.a. im Wiederaufbau des Doms nach der entsetzlichen Zerstörung durch die Normannen 882 widerspiegelt.

Eine weitere Möglichkeit im Umgang mit der Antike ergab sich aus der Imitation antiker Architektur, indem man sich römischen Abbruchmaterials bediente, die Bautechnik nachahmte und sich so ihre Bedeutung aneignete. Das genau ist der Fall beim Frankenturm und anderen Wohntürmen Triers, die heute bis auf wenige Ausnahmen verschwunden sind. Ursprünglich hatte es 18 - 20 gegeben, mehr oder weniger ähnlich in der Konstruktion, eher Festung als repräsentatives Wohnhaus bis auf das erst Mitte des 13. Jhdt. entstandene sogen. Dreikönigenhaus, das die repräsentative Seite deutlich stärker betont.

Festungsartige Wohnhäuser gab es bereits in der Spätantike, römische Kastelle und frühmittelalterliche Burgen prägten die Landschaft. Die vielen Angriffe auf die Stadt in den folgenden Jahrhunderten erhöhten die Notwendigkeit, sich selbst zu schützen, wenn die Stadt diesen Schutz nicht mehr bieten konnte, weder durch eine intakte Mauer noch durch Soldaten. Die ma Stadtmauer war erst im 13. Jdt. fertig. So wurde z.B.die Porta Alba zur mittelalterlichen Burgbefestigung ausgebaut. Auch die spätantike Palastaula - Basilika- diente im Hoch MA als Burg. Die einstige Apsis wurde nach der Vermauerung im Süden zu einem mehrgeschossigen Wohnturm umgebaut, indem die Bischöfe residierten. Im Caldarium der Kaiserthermen hatte die Familie de Castello ihren Wohnturm errichtet. Und schließlich also entstehen aus antikem Baumaterial, was reichlich zur Verfügung stand, zeitlich nicht präzise einzuordnende Wohntürme, die wegen einiger stilistischer Elemente, wie z.B. den Doppelarkadenfenstern, der Gliederung der Geschosse und der Mauertechnik dem 11./12. Jdt. zugeordnet werden können. Erwähnt wird der Frankenturm zum 1. Mal in einer Urkunde von 1298. Auffallend ist die äußerst sorgfältige Verarbeitung der fugenlos gesetzten Sandstein- und Kalksteinquader. Das gilt sowohl für den Turm Jerusalem als auch für den Frankenturm. Weitere Gemeinsamkeiten sind Sockel aus mächtigen Quadern mit einer Eckverstärkung. Die Türme weisen 4 - 5 Stockwerke auf, die verschieden hoch waren. Im Ganzen erreichten sie eine Höhe von mehr als 20 m,- heute 18 m - die ursprünglich mit einem Zinnenkranz ausgestattet waren, hinter denen sich ein Wehrgang und ein niedrigeres Zeltdach befand. Der Grundriss war rechteckig, beim Frankenturm misst er 8,25 x 16,25, die Grundfläche der Stockwerke ca. 84 m². Die Außenmauern verschlanken sich nach oben von 1,20 auf 95 cm . Der Eingang, der noch so schön am Dreikönigenhaus auf der 1.Etage zu sehen ist, war beim Frankenturm an der Ostseite im 3. Geschoss angebracht, dem Hauptgeschoss, das mit einer Etagenhöhe von 5,30 das höchste war, und wurde durch eine Holztreppenkonstruktion ,die möglicherweise einziehbar war, erreicht. Diese Eingangstür bietet noch eine Besonderheit: der Türsturz ist ein auf dem Kopf stehender römischer Grabstein aus dem 2. Jhdt. mit einer vierzeiligen partiell erhaltenen Inschrift, die die Namen der Toten enthalten. Dass er auf dem Kopf steht hat vermutlich eine apotropäische, d.h. eine das Böse abwehrende Funktion Auch hier wird ein deutlicher Bezug zur Antike hergestellt, die wir auch in der äußeren Gestaltung des Mauerbaus sehen: dem sogen. Ziegeldurchschuss, der die Mauerfläche horizontal mit einer doppelten Lage aus Ziegeln gliederte. In der Antike hatte er eine stabilisierende Funktion wie z.B. an den Kaiserthermen und am Quadratbau des Domes und ging durch die gesamte Dicke der Mauer, während er hier nur die äußere Schicht betraf und die antike Bauweise vorspiegelte. Der Wohncharakter wird deutlich durch die ehemals an der Innenseite der Westwand des Hauptgeschosses eingebaute mit einem Flechtband geschmückte Kaminanlage und eines weiteren Kamins in der Südwand und Latrinen. Der Raum war wohl in zwei Zimmer unterteilt, was sich an den Spuren der sehr sorgfältig verputzen Wände ablesen lässt. Zum bequemen Wohnen reichte das natürlich nicht aus, aber man weiß auch nicht genau, wie intensiv der Turm als Wohnturm in diesen ersten Jahrhunderten genutzt wurde, der Wohnkomfort war nach heutigen Maßstäben äußerst beschränkt. Schon von einem Stockwerk zum nächsten zu kommen war schwierig, im Frankenturm gab es möglicherweise wie im Turm Jerusalem eine Wendeltreppe. Licht kam nur durch das anmutige Doppelarkadenfenster im 3. Stock, ursprünglich die einzige Lichtquelle, mit darüber liegendem Entlastungsbögen im farbigen Wechsel von roten und gelben Sandsteinen und später durch die schmalen Lichtschächte, die sich von einer Innenbreite von 1,20 auf 20 - 25 cm nach außen verjüngen, so dass sich das Licht maximal nach innen ausbreiten konnte.

Nur ein wohlhabender, einer der Ministerialenfamilien Angehöriger, - d.h. er gehörte zu den bischöflichen Dienstmannen und war damit unfrei- konnte es sich leisten, einen solchen Wehr- und Wohnturm aus Stein zu erbauen und sein Ansehen auf diese Weise in der hochma Stadt deutlich zu machen. Natürlich waren die Türme wie auch der Frankenturm von Versorgungsgebäuden umgeben, von Ställen und Nebengebäuden mit Lagermöglichkeiten, um leben und wirtschaften zu können.

Wer der Bauherr im 11. Jhdt. war, ist nicht bekannt. Der Name "Frankenturm" kommt von einem Bewohner namens Frank v. Senheim aus dem 14. Jhdt, der in einer Schenkungsurkunde erwähnt wird, als nämlich seine Witwe Aleydis v. Senheim 1330 der Abtei St. Matthias für ihr Seelenheil und das ihres Mannes den Bering "Ad Turrim" in vico Theodorici -Dietrichstr. mit Wohnhaus, Turm, Scheune und Kelterhaus stiftet. Im Übrigen wurde der Turm bis ins 19. Jhdt. auch Römer- oder Heidenturm genannt, da man fälschlicherweise davon ausging, dass er aus der Römerzeit stammte. Bei der Schenkung war nicht der östlich neben dem Frankenturm gelegene, als "caminata nova" bezeichnete Steinbau mit Keller und Speicher dabei; er wurde dem Karmeliterkonvent vermacht, damit dieser dort eine Pflegestätte für kranke Mitbrüder einrichtete. Da die Zeiten im 14. Jhdt friedlicher geworden waren, wurde unter dem Eingang im 3. Geschoss des Turms eine weitere Tür eingebrochen, die heute vermauert ist; auch die späteren gotischen Fenster zu beiden Seiten der Tür machen deutlich, dass die Wohnungsnutzung stärker im Vordergrund stand und man mehr Licht brauchte. Auch ein Keller mit einem Tonnengewölbe wurde in dieser Zeit angelegt und im 19. Jhdt durch den Einzug einer Betondecke in 2 Geschosse geteilt. Er diente vor allem als Lagerraum und Weinkeller. Die Abtei St. Matthias verkaufte den Turm 1543 wieder an einen Privatmann und bis zum 17. Jhdt. war er Bauteil eines bewohnbaren Hausanwesens und eine wertvolle Immobilie. 1806 wurde der Turm verkürzt, d.h. aus Stabilitätsgründen über dem Hauptgeschoss abgebrochen und ein Pultdach draufgesetzt, was seinen Charme durch die von der Straßenseite aus so hergestellte Schrägansicht stark verminderte und die Wohnfläche verkleinerte. Außerdem wurde an der Straßenseite ein breiterer Toreingang geschaffen mit querliegenden Schrotbalken sowie drei Schrötermäulern aus Eisen für die Einlagerung von Weinfässern, so wie wir sie noch heute sehen. Ab 1848 wohnen hier fünf wohl ärmere Familien, ab 1881 - 1914 dient er als Lagerhaus einer Familie Friedrich, die Metzger und Weinhändler waren. Danach wird die Stadt Eigentümer, aber nutzt den Turm nicht und er bleibt erstmal seinem Schicksal überlassen. 1930 wollten die Nazis den Turm zum Staatsjugendheim umbauen und Friedrich Kutzbach, der damalige Stadtkonservator wurde beauftragt, Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten durchzuführen. Er entfernte das Pultdach, und wollte wieder einen ma Turm rekonstruieren mit einem weiteren Geschoss und Zinnenkranz. Doch zum Staatsjugendheim kam es nicht - der Krieg brach aus und es wurde die bis heute bestehende Lösung geschaffen: eine Aufstockung um ein Geschoss und ein niedriges Mauerband mit Zinnen und einem Walmdach. Kutzbach hatte aber die alte Dachbalkenkonstruktion entfernt und so wurde ein repräsentativer Raum geschaffen, der durch den offenen Dachstuhl sehr großzügig wirkt. Nach dem Krieg stand der Turm leer und ungenutzt, nur die Tauben bevölkerten ihn und hinterließen bis zum Jahr 2000 1,6 Tonnen Kot. Da ließ die Stadt das Dach reparieren und die Fenster verglasen, eine wichtige Voraussetzung für eine mögliche Nutzung.

Es gab bereits in den 50 er Jahren Interesse an der Nutzung des Baus, doch die Denkmalschutzgesetze, die vor allem eine Vergrößerung der Fenster verhinderten, machte jede Planung zunichte. Erst 2005 kümmerte sich die Trier-Gesellschaft, 1982 gegr., um einen Kompromiss zwischen Nutzung und Erhaltung. In Abstimmung mit der Stadt begannen die Umbauarbeiten 2006 und waren schon nach einem Jahr beendet. Es war gelungen die Öffentlichkeit für den Frankenturm zu mobilisieren und durch Berichte im TV und Spendenaufrufe das Interesse der Bevölkerung zu wecken.215 000 Euro wurden von der Trier -Ges. gesammelt und der Rest von 65 000 vom Land und dem Denkmalschutz dazugegeben. Der in der Denkmalpflege erfahrene Architekt Gerd Kintzinger erneuerte den Zugang von der Dietrichstr., fügte ein weiteres Zwischengeschoss ein und eine großzügig angelegte Treppe, die die Geschosse miteinander verbindet. Im Parterre wurden außerdem sanitäre Einrichtungen und eine mit Erdwärme betriebene Fußbodenheizung angelegt, alles Maßnahmen, die die ma. Bausubstanz nicht beschädigen und reversibel sind.

Ein Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Trier-Ges. regelt die Verwendung und die Unterhaltung des Turms.30 Jahre lang muss die Stadt den Turm pflegen und zugänglich halten und die Ges. verpflichte sich zum Innenausbau. Der OB ist Hausherr und verfügt über den Schlüssel und der Turm ist über die TIT zu besichtigen und vermietbar zu jeder Art von vergnüglichem oder feierlichem Anlass.

Auch die zum Frankenturm gehörige Caminata nova , 200 Jahre später als der Turm von der Familie v. Senheim als Wirtschaftsgebäude mit Speicher und Keller erbaut, ist inzwischen archäologisch untersucht worden. Oberirdisch ist, von Mauerresten abgesehen, nichts geblieben; der Keller aber bietet, seitdem man 125 m³ Schutt herausgeräumt hat, Einblick in die Bauweise des 14. Jhdts. Er hat mit verschiedenen Umbauten als Weinkeller bis zum 16. Jhdt. gedient, danach als Ablageraum. Die schönsten Fundstücke aus dem Schutt waren : ma Münzen, Devotionalien und Kachelfragmente eines Kamins, das Julius Cesar darstellt - ein weiterer Beweis für das lange Nachleben der Antike im Bewusstsein der Trierer. Auch hier wäre eine Nutzung möglich - nur wer zahlts?

Ein Stück ma Geschichte ist mit der Renovierung des Frankenturms gerettet worden und ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückgekehrt. Angesichts der vielen römischen Bauten ist ein Aspekt der Stadt neu entdeckt und wiederbelebt worden, der die Bevölkerung ab dem 19. Jhdt mit romantischen und heroischen Bildern inspiriert hatte und der fast völlig zu verschwinden drohte : das MA

Bettina von Engel






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