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Vom Hlg. Franziskus zum Hlg. Emigdius
Acht Tage auf dem Pilgerweg von Assisi nach Ascoli mit der APT Gesellschaft

Bei strahlendem Frühlingswetter morgens um 9 Uhr war Treffpunkt der deutschen und italienischen Pilger vor dem Dom in Assisi – die Trierer, eine 22 Köpfe zählende entschlossene Gruppe, und die italienische in dreifacher Übermacht, angetreten die geistlichen Segnungen und den Pilgerausweis zu erhalten. Auch die Politiker fehlten nicht, in deren Namen die Planung stattgefunden hatte, um auf die Schönheit ihrer Landschaften (und sich selbst) aufmerksam zu machen: 180 km zu Fuß durch Umbrien und die Marken auf einem jahrhundertealten wiederentdeckten Pilgerweg, der nach langer Zeit zum 2. Mal seine Auferstehung feierte. Eine wunderbare Idee, fanden die Trierer, sich einer ortskundigen Führung anzuschließen und gemeinsam mit italienischen Wanderbegeisterten durch Berg und Tal zu ziehen und die Strapazen in vereinter Solidarität auf sich zu nehmen. Die Sprachbarrieren wurden im Vergleich zum körperlichen Einsatz mit Leichtigkeit und wachsender Sympathie füreinander überwunden: Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch wurden geübt und erfüllte die Landschaft mit Sprachproben aller Art und fröhlichem Gelächter.
Ein mindestens 1 km langer Lindwurm in viele Glieder gespalten, durchzog lichte Wälder und blühende Wiesen, versuchte an Seilen hangelnd dem Flusslauf zu folgen, glitt und rutschte durch feuchtes Erdreich, durchquerte eisige Bäche, schlängelte sich durch enge Täler mit steinigem Grund und erreichte keuchend und schnaufend die imposanten Anhöhen , die mit ihrem Ausblick in die Weite des Landes jede Anstrengung belohnte.
Mittags wurde gerastet und jede Mittagspause im kühlen Schatten der Bäume oder auf freiem Feld wurde zunehmend zur deutsch-italienischen Kommunikation genutzt und eine heitere Stimmung erfüllte die gemeinsame Rast. Kleine Dörfer waren auf unser Kommen vorbereitet und boten hin und wieder Köstlichkeiten der Gegend an: frische Saubohnen mit Käse, Weißbrot mit Olivenöl und duftenden Tomaten, Kuchen und Wein. Nach drei Tagen intensiven Zusammenseins wurde gesungen, auf deutsch und italienisch, und nichts war so völkerverbindend wie die Musik.
Die wunderbare Predigt eines Franziskanerpriesters in einer Felsgrotte am Wege erinnerte uns an den Sinn des Unternehmens: die eigene Erkenntnis und den Blick auf den Nächsten zu üben und in gegenseitiger Liebe den Weg zu gehen.
Abends, nach erreichtem Ziel, war die Stimmung gut, die Muskeln verspannt, die Füße wund. Aber was machte das schon? Nach acht Tagen kamen wir in Ascoli an, begaben uns zur Grotte unseres Hlg. Emigdius, bekamen unsere Pilgerdiplome und wurden mit Segnung und freundlichen Reden des Bürgermeisters und der Provinzvertreter entlassen. Stolz und vergnügt überquerten wir die schöne Piazza Ascolis und trafen uns zum letzten Mal gemeinsam zu den kulinarischen Köstlichkeiten der Marchen, ehe wir den Rückweg antraten.

Ein für alle unvergessliches Erlebnis – ist das möglicherweise wiederholbar?!







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