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Verborgen in italienischem Keller
Stadtbibliothek Weberbach erhält historisches Buch aus Privatbesitz

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Mehr als 400 000 Bände von historischer Bedeutung, darunter Schätze wie die Gutenbergbibel oder das Ada-Evangeliar, befinden sich in der Stadtbibliothek Weberbach. Seit vergangener Woche ergänzt „Der Stumme Advokat“ von Joseph Anton von Bandel aus dem Jahr 1750 den Bestand. Diesen vermachte der Italiener Claudio Grassini, bei der Stadt Ancona zuständig für Bildung, der Stadtbibliothek im Beisein von Bürgermeisterin Angelika Birk.

Der Verfasser des Buches war ein bekannter satirisch-polemischer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts. Bandels Absicht war, die Standpunkte der katholischen Kirche gegenüber den Protestanten und eigenen Glaubensgenossen, die nach seiner Ansicht verkehrte Wege einschlugen, zu verteidigen. Sein Hauptwerk richtet sich gegen den Trierer Weihbischof Johann Nikolaus von Hontheim und dessen Schrift „Febronius“. In seinem 1750 verfassten „Stummen Advokaten“ widmet sich Bandel „Gott und der vernünftigen Welt“. Der zweite Teil des Bandes enthält eine geographisch-historische und politische Reisebeschreibung der mächtigsten europäischen Staaten.

Es sei für ihn ein Zeichen der Freundschaft gewesen, das Buch an die Stadtbibliothek weiterzugeben, so Grassini. Dass diese Ausgabe, die sein Vater bei einer Geschäftsauflösung im Keller entdeckte, in der Weberbach fehlte, erfuhr Grassini über Bettina von Engel, Vorsitzende der Ascoli Piceno-Trier-Gesellschaft.

Grassini war mit einer italienischen Gruppe von Schuldirektoren und Lehrern im Rahmen eines Arbeitstreffens zum Projekt „Comenius Regio“ in Trier, das bis Ende Juli 2011 die wachsende Präsenz ausländischer Schüler und deren Integrationsniveau in den teilnehmenden Regionen untersucht. An dem Vorhaben sind die Stadt, das Friedrich-Spee-Gymnasium, der Beirat für Migration und Integration sowie auf italienischer Seite Schulen und Behörden der Region Marken und die Partnerstadt Ascoli Piceno beteiligt.

Während ihrer Arbeitssitzung diskutierten die „Comenius Regio“-Teilnehmer unter anderem über eine Weiterführung des Projekts mit verändertem Schwerpunkt. In Ehrang informierten sie sich zudem über ein Projekt des Beirats für Migration und Integration, das die Eingliederung von Migranten anhand des Wohnungs- und Städtebaus analysiert.







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