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„Ein Glück, sich gefunden zu haben“
Trier und Ascoli feierten 50 Jahre Städtefreundschaft

Bild: Ein Glück, sich gefunden zu haben
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Als einen Glücksfall für beide Städte haben Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen und der Bürgermeister von Ascoli Piceno, Piero Celani, die vor 50 Jahren besiegelte Partnerschaft bezeichnet. Bei einem Festakt im Rathaussaal aus Anlass des Jubiläums, dem über 200 Gäste, darunter zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, beiwohnten, charakterisierten beide Stadtoberhäupter die kommunale deutsch-italienische Freundschaft als einen wichtigen Baustein für das Miteinander der europäischen Völkerfamilie. Vor allem der Schüleraustausch, aber auch die zahlreichen sonstigen Begegnungen, hätten dazu beigetragen, sich gegenseitig besser kennen und verstehen zu lernen. Jetzt komme es darauf an, „weitere Zukunftspläne für die Partnerschaft zu schmieden, damit auch die kommenden Generationen hiervon profitieren können“, so OB Jensen.

In seiner Rede skizzierte Jensen einzelne Stationen des Zustandekommens der Städtepartnerschaft und ging dabei auch auf die schwierigen politischen Rahmenbedingungen vor 50 Jahren ein. 13 Jahre nach dem Inferno des Zweiten Weltkriegs hätten sich die Menschen nach Frieden und Freiheit gesehnt, der Wunsch nach einem vereinigten Europa mit offenen Grenzen sei noch ein Traum gewesen. Die Triererinnen und Trierer hätten die damalige Handreichung der Italiener mit Dankbarkeit und Freude entgegen genommen. Mit den ersten Städtepartnerschaften sei für Trier auch eine „Rückkehr in die Gemeinschaft der europäischen Städte“ verbunden gewesen. Als den eigentlichen „Begründer und Vater“ der Städtefreundschaft bezeichnete Triers OB den Heiligen Emygdius, der zu römischer Zeit von Trier über Mailand und Rom als erster christlicher Bischof nach Ascoli zog, wo er um 303 n. Chr. den Märtyrertod starb. Jensen berichtete von den Eindrücken seines ersten Aufenthalts in Ascoli vor vier Wochen. Es habe ihn beeindruckt, wie dort Emygdius als Stadtpatron und Heiliger gegen Erdbeben noch heute hoch verehrt werde.

Im Auf und Ab der partnerschaftlichen Aktivitäten zog Jensen eine positive Bilanz. Man könne für das, was erreicht worden sei, „froh und dankbar“ sein. Vor allem die Ascoli Piceno-Trier-Gesellschaft und parallel dazu eine günstige Flugverbindung von Frankfurt-Hahn nach Pescara würden derzeit dazu beitragen, dass es „nur aufwärts geht“.

Folklore und Oper

Auch Acolis Bürgermeister Piero Celani, der den ersten Teil seiner Ansprache in Deutsch hielt, würdigte das in der Vergangenheit erreichte Miteinander. Mit vielen Begegnungen auf den unterschiedlichsten Ebenen sei das Bemühen der beiden großen Nachkriegs-Europäer Alcide De Gasperi und Konrad Adenauer auf kommunaler Ebene konkret umgesetzt worden. Celani warb in Anlehnung an ein Goethe-Sprichwort dafür, „möglichst viel zu reisen und im Respekt für die Werte der verschiedenen Kulturen“ den kommenden Generationen eine noch bessere Welt zu überlassen. Mit der Wahl Triers zur Partnerstadt vor 50 Jahren habe man „viel Glück gehabt. Wir haben sehr gut gewählt“, sagte Bürgermeister Celani, der eine Schärpe mit den italienischen Nationalfarben trug.

Auf die Bedeutung der Städtepartnerschaften beim Einigungsprozess der europäischen Völker wies Kultur-attachée Maria Giacinta Guantario als Vertreterin des italienischen Botschafters in Deutschland hin. Musikalisch wurde die Feier von Schülerinnen und Schülern aus den beiden Partnerstädten (Claudia Canzian und Ye-Hyun Hwang, Klavier sowie Flavio Moretti, Klavier und Michael Kröger, Horn), die bei dieser Gelegenheit erstmals gemeinsam auftraten, umrahmt.

Bei ihrem Aufenthalt in Trier absolvierten die Gäste aus Ascoli bei „importiertem italienischen Wetter“ ein vielfältiges Besuchs- und Besichtigungsprogramm, darunter auch ein Aufenthalt im Partnerschaftsgarten auf dem Gelände der Landesgartenschau. Der in deutscher und italienischer Sprache gehaltene Festgottesdienst im Dom, bei dem immer wieder an das Wirken des Heiligen Emygdius erinnert wurde, wurde vom Ascolaner Bischof Silvano Montevecchi und dem Trierer Weihbischof Stephan Ackermann zelebriert.

Bei Auftritten der Ascolaner Folklore-Gruppe „Come se sona se balla“ in der Innenstadt und dem umjubelten Gastspiel von Chor und Solisten des „TeatroVentidio Basso Ascoli“ im ausverkauften Trierer Theater, die unter der Leitung von Alfredo Sorichetti vom Trierer Philharmonischen Orchester souverän begleitet wurden, konnten sich die Trierer davon überzeugen, was ihre schöne italienische Partnerstadt auch musikalisch alles zu bieten hat. La.







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