Ascoli Piceno





Vom Auf und Ab der Aktivitäten

So euphorisch die Begründung der Städtepartnerschaft Trier - Ascoli Piceno auch war, der Alltag des Miteinanders verlief wenig glanzvoll, zuweilen geriet die Verbindung sogar in Vergessenheit. Sprachschwierigkeiten, ungünstige Verbindungen, häufige politische Führungswechsel in der italienischen Stadt, andere Prioritätensetzung und dergleichen mehr trugen dazu bei.

Bild: Ansicht Kirche Erst als Trier 1984 die 2000-Jahr-Feier zelebrierte und die Partnerstädte zur Mitwirkung einlud, erfuhr auch die italienische Städteverbindung eine Wiederbelebung. Mittels einer Postkartenaktion flatterten den Trierern Glückwünsche und herzliche Grüße aus dem italienischen Ascoli Piceno ins Haus. Fahnenschwinger der Quintana begeisterten in ihren farbenfrohen Kostümen vor der prächtigen Kulisse der Porta Nigra. Im Rahmen der Reihe „Jugend fasst Geschichte an” fanden wieder Schüleraustausche statt, die später beim Euro-Camp im Moselstadion fortgeführt wurden. Insbesondere das Friedrich-Spee-Gymnasium beteiligte sich unter Federführung von Oberstudienrätin Bettina von Engel am regen Schüleraustausch. 400 Schüler reisten in den zurückliegenden 15 Jahren an den Tronto, sogar eine deutsch-italienische Heirat ging aus diesen Begegnungen hervor.

Auch die sonstigen Kontakte wurden seit 1984 reaktiviert. Die internationale Polizistenorganisation API, Fachhochschulen, Fahrradclubs, Sportvereine und Chöre besuchten sich. Begegnungen und Austausche gab es auf Sparkassen-Ebene, zwischen Künstlern und Ramboux-Preisträgern, den Cantores Trevirensis, deren Aufführung des Brahms Requiems 1997 im Dom von Ascoli 2 000 Ascolaner begeisterte. Nach dem Besuch des neugewählten Trierer Oberbürgermeisters Helmut Schröer 1989 in Ascoli fanden auch auf dieser Ebene wieder regelmäßigere Treffen statt, wobei auf italienischer Seite in gewohnter Weise ein häufigerer Austausch der politischen Führung mit den damit verbundenen Begleiterscheinungen zu verzeichnen war. Unvergessen bleibt allen Beteiligten der Besuch Ascolis und die Darstellung der Region Marken 1994 mit einem mittelalterlichen Mahl, ascolaner Spezialitäten, Maskenträgern, Stelzengängern und Gauklern im Historischen Keller des Hauses Karstadt.

40-jähriges Jubiläum

Gefeiert wurde 1998 in beiden Städten das 40-jährige Bestehen dieser Städtepartnerschaft. Triers Bürgermeister Dr. Jürgen Grabbe reiste mit einer kleinen Delegation an den Tronto, wenig später wurde an der Mosel das deutsch-italienische Städtebündnis gewürdigt. Als Zeichen der Freundschaft pflanzten nach einer feierlichen Stadtratssitzung im Ratssaal am Augustinerhof Ascolis Bürgermeister Roberto Allevi unter Mitwirkung von Bischof Silvano Montevecchi und weiteren städtischen Repräsentanten im Partnerschaftshain am Mattheiser Weiher einen Maulbeerbaum. Er erinnert an die Zeit, als bis zu Beginn des zurückliegenden Jahrhunderts in Ascoli Piceno zuletzt 4 000 Menschen in etwa 40 Betrieben rund um die Stadt mit der Produktion von Seidenspinner-Eiern beschäftigt waren, einem Gewerbezweig, der erst mit dem Aufkommen der Kunstfasern zugrunde ging und doch in jüngster Zeit wieder eine Renaissance erlebte.

Gründung der Ascoli Piceno Gesellschaft

Bild: Einweihung der Ascoli Piceno Straße Mit der Gründung der Ascoli Piceno Gesellschaft Trier im August 2001 hat die städtepartnerschaftliche Verbindung eine neue Qualität erfahren. Hartmut H. Gürke ist der erste Präsident des gemeinnützigen Vereins, der die bürgerschaftlichen Kontakte über die Rathaus-Schwelle hinaus aktivieren und hierzu ein attraktives Programm erarbeiten möchte. Dr. Giovanni Cippolini aus Ascoli wurde in Würdigung seiner Verdienste um die Städtepartnerschaft zum Ehrenmitglied ernannt und seit März 2002 gibt es in Trier auf Initiative der Gesellschaft endlich auch eine „Ascoli Piceno Straße”!

Die „gegenseitige Wertschätzung zu befestigen und die gemeinsamen Bande zu einer echten Freundschaft zwischen zwei schönen alten Städten enger zu knüpfen” sah Oberbürgermeister Heinrich Raskin im Januar 1958 als das Anliegen des kommunalen Brückenschlags über die Alpen an. Und sein italienischer Amtskollege Serafino Orlini ergänzte in seinem „Saluto da Ascoli”: damit den „Zwillingsstädten und den betreffenden Nationen eine immer schönere Zukunft beschieden sei, bestehend aus Arbeit, Wohlergehen, Fortschritt und Frieden”. Diesem Wunsch bleibt die Städtepartnerschaft auf neuen Wegen auch in unserem Jahrhundert verpflichtet.

Grafik: Icon PDF-Datei
 
Download:
Vortrag Bettina von Engel, "50 Jahre Städtepartnerschaft Trier - Ascoli Piceno 1958 - 2008"

Grafik: Icon PDF-Datei
 
Download:
Vortrag Hans-Günther Lanfer, Italien aus dem Bilderbuch
Stationen einer Städtepartnerschaft






zurück
nach oben